Azubi für Azubi: Pflege-Nachwuchs lernt voneinander
Zwei Wochen lang haben erfahrene Pflege-Auszubildende die neuen Azubis am Klinikum Cracau und in der Lungenklinik Lostau begleitet, mit viel Praxis direkt am Krankenbett.
Die ersten Handgriffe am Krankenbett zeigt ihnen keine Lehrkraft, sondern jemand, der vor zwei Jahren selbst noch neu war. Unter dem Motto „Azubi für Azubi“ haben Pflege-Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr vom 28. September bis 9. Oktober 2026 die Azubis begleitet, die gerade erst angefangen haben. Die Aktion fand am Klinikum Cracau und in der Lungenklinik Lostau statt. Das Ziel: von Beginn an praktische Erfahrung sammeln und Sicherheit im Stationsalltag gewinnen.
Den Auftakt machte ein gemeinsamer Rundgang durch das Klinikum Cracau. So lernten die Neuen Umkleiden, Stationen, Labor und Röntgen von Anfang an kennen. Danach ging es in kleinen Gruppen auf die Stationen. Dort zeigten die älteren Azubis grundlegende pflegerische Tätigkeiten: Blutdruck, Puls, Temperatur und Atmung messen, Blutzucker bestimmen, zu Pflegende richtig positionieren, bei der Körperpflege unterstützen und beim Essen anreichen.
In den folgenden Tagen waren die Auszubildenden auf den Stationen in Cracau und Lostau fest eingebunden. Gemeinsam bearbeiteten sie Lern- und Arbeitsaufgaben, etwa zur Krankenhaushygiene und zur Pflegeanamnese. Bei der Pflegeanamnese wird zu Beginn des Aufenthalts erfasst, welche Unterstützung jemand im Alltag braucht. Dabei zeigte sich schnell, wie gut sich Theorie und Praxis ergänzen. Außerdem wurden die neuen Azubis im digitalen Klinikinformationssystem geschult.
Zum Abschluss trafen sich alle in der Lungenklinik Lostau. Dort stellten die Teams selbst gestaltete Plakate mit wichtigen Daten, Fakten und Fachbegriffen zu ihren Stationen vor.
„Wenn jemand die ersten Handgriffe zeigt, der vor Kurzem selbst noch in derselben Situation war, trauen sich die Neuen viel eher, Fragen zu stellen. Gleichzeitig merken die Azubis im dritten Jahr, wie viel sie schon können, wenn sie ihr Wissen weitergeben. Genau dieses Miteinander wollen wir in der Ausbildung fördern. Es war schön zu sehen, wie schnell aus zwei Jahrgängen ein Team geworden ist“, sagen Sophie Jöris, Alexander Böhm, Anika Hansen und Christin Hoffmann. Die vier Praxisanleitenden begleiten die Auszubildenden auf den Stationen und haben das Projekt betreut.
Von dem Projekt profitieren beide Seiten. Auf dem gemeinsamen Feedback-Plakat nannten die Azubis unter anderem mehr Selbstständigkeit, besseres Zeitmanagement, Sicherheit in der Dokumentation und mehr Selbstsicherheit als das, was sie mitnehmen. Die Neuen bekommen Antworten auf ihre Fragen auf Augenhöhe. Die Azubis im dritten Jahr übernehmen Verantwortung, geben ihr Wissen weiter und bereiten sich so auf ihre künftige Rolle im Team vor.






