Ein Jahr nach der Integration: Wissenschaftsminister Willingmann besucht Klinikum Cracau und das angebundene MVZ der Universitätsmedizin Magdeburg
Am 01. September 2026 besuchte Wissenschaftsminister Prof. Armin Willingmann in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsmedizin Magdeburg das Klinikum Cracau sowie das angebundene Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Universitätsmedizin Magdeburg. Der ursprünglich für den 24. August geplante Termin war aufgrund eines Brandvorfalls im Klinikum Cracau verschoben worden. Beide Einrichtungen gehören seit Anfang August 2025 zur Universitätsmedizin Magdeburg.
Gemeinsam mit Thomas Schröder, Geschäftsführer des Klinikums Cracau und der Lungenklinik Lostau, sowie Dr. med. Dominik Brammen, Prokurist, informierte sich Wissenschaftsminister Prof. Willingmann bei einem Rundgang durch verschiedene Bereiche über die Strukturen, das medizinische Leistungsspektrum sowie die Weiterentwicklung der Einrichtungen und kam dabei mit Mitarbeitenden ins Gespräch.
Dr. Evangelos Tsekos, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, Prof. Dr. Daniela Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität, Christine Michelfeit-Schaper, Pflegedirektorin, sowie Ilona Hrudey, Leiterin der Geschäftsstelle Klinikumsvorstand/Geschäftsstelle Aufsichtsrat und des Strategischen Beteiligungsmanagements, begleiteten den Termin.
Wissenschaftsminister Willingmann und die Delegation wurden von Thomas Schröder empfangen, der ihnen zunächst einen Überblick über die Entwicklung und Aufgaben des Klinikums Cracau gab. Anschließend führte der Rundgang durch mehrere Fachbereiche, unter anderem durch die geriatrische Station. Dort arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Pflege, Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Sozialdienst und Neuropsychologie. Gemeinsam wird die Situation der Patientinnen und Patienten ganzheitlich betrachtet und der gesamte Gesundheitszustand in Diagnostik und Behandlungsplanung einbezogen. Ziel ist es, die Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, ihren Alltag wieder so selbstständig wie möglich zu bewältigen.
Anschließend besuchte Prof. Willingmann das orthopädische MVZ und informierte sich über die Versorgungsschwerpunkte, die tägliche Arbeit des Teams sowie das umfassende Leistungsspektrum der orthopädischen Versorgung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Knie- und Hüftendoprothetik: Als EndoCert-zertifiziertes Zentrum bietet die Einrichtung ein umfassendes Spektrum der operativen und konservativen Orthopädie. Seit Herbst 2025 kommt hier als erste Einrichtung in der Region das moderne Behandlungskonzept der „Fast Track“-Endoprothetik bei Hüft- und Kniegelenksoperationen zum Einsatz. Die Methode ermöglicht nicht nur eine deutlich schnellere Genesung der Patientinnen und Patienten, sondern trägt auch zu effizienteren Abläufen im Operationssaal und auf den Stationen bei.
Darüber hinaus ist die Klinik rund um die Uhr in die Notfallversorgung der Region eingebunden und bietet optimale Voraussetzungen für eine interdisziplinäre Behandlung innerhalb des Klinikums. Davon profitieren insbesondere ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Behandlungsrisiko. Durch die Einbindung eines eigenen physiotherapeutischen Fachteams kann bereits unmittelbar nach der Operation mit der postoperativen Rehabilitation begonnen werden.
Zum Rundgang gehörte außerdem die Zentrale Notaufnahme, in der sich Prof. Willingmann über die Organisation der Akut- und Notfallversorgung informierte. Hier werden jährlich etwa 11.000 Notfallpatientinnen und -patienten versorgt.
Den Abschluss des Besuchs bildete das Medizinische Versorgungszentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB). Dort erhielt die Delegation Einblicke in das spezialisierte Versorgungsangebot für erwachsene Menschen mit komplexen Behinderungen und informierte sich über die interdisziplinäre Arbeit des
Zentrums. Das interdisziplinäre Team versorgt als C-Zentrum des Mitteldeutschen Kompetenznetzes für Seltene Erkrankungen in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum mehr als 1000 Erwachsene mit geistiger und schweren mehrfachen Behinderungen aus Sachsen-Anhalt und z.T. aus angrenzenden Bundesländern. Zusammen mit der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie Magdeburg, dem Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie der Universitätsmedizin Halle entwickelt das MZEB aktuell eine neue Versorgungsform zur Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung im Rahmen des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Prof. Willingmann sagte: „Kooperation wirkt! Gerade im Gesundheitsbereich müssen Einrichtungen noch stärker zusammenarbeiten, um Diagnosen und Therapien zu optimieren sowie Kosten zu senken. Ich freue mich, dass die Unimedizin Magdeburg als zentraler überregionaler Gesundheits-Leuchtturm das Klinikum Cracau mitsamt MVZ vor gut einem Jahr integriert und seitdem wieder in sicheres Fahrwasser geführt hat. Davon profitieren beide Einrichtungen sowie vor allem die Patientinnen und Patienten.“
Thomas Schröder sagte: „Ein Jahr nach der Integration ist das Klinikum Cracau ein fester Bestandteil der Universitätsmedizin Magdeburg. In dieser Zeit haben wir bestehende Strukturen Schritt für Schritt zusammengeführt, die Zusammenarbeit zwischen den Standorten intensiviert und unsere medizinischen Angebote noch stärker miteinander vernetzt. Damit schaffen wir die Grundlage für eine moderne, standortübergreifende Versorgung und stärken zugleich die Universitätsmedizin Magdeburg als leistungsfähigen Gesundheitsstandort in der Region.“
Der Besuch machte zugleich deutlich, welche wichtige Rolle das Klinikum Cracau für die regionale medizinische Versorgung einnimmt. Dr. Tsekos betonte: „Die weitere Vernetzung innerhalb der Universitätsmedizin ist ein entscheidender Schritt, um den Standort gemeinsam weiterzuentwickeln, Synergien zu nutzen und ihn langfristig zu stärken.”
